Schutzgebiet Mösli
Bis zum Linthkanalbau (um 1807) floss die Linth in einem unsteten Flusslauf auch durch das Mösli und lagerte Kies ab. In diesem Gebiet wurde bis im Jahre 1965 Kies für den Bau und Unterhalt der Strassen entnommen aus dem jetzigen Linthbettweiher für die Strassen und Wege der Politischen Gemeinde. Die beiden anderen Weiher sind im Besitz der Ortsgemeinde. Sie benötigten das Kies für ihre Strassen. Mit der Kiesentnahme entstanden offene Wasserflächen, Lebensräume für Amphibien. Beachten Sie bei einem Sparziergang die Infotafel "Das Mösli im Wandel der Zeit", am Waldweg beim östlichen Ende des Panzergrabens. Koordinaten: 47°10'49.0"N 9°00'10.0"E

Amphibienschutzgebiet
Das Gebiet Mösli ist ein national bedeutendes Amphibienlaichgebiet (Objekt SG367). In den Feuchtgebieten und an den Ufern der Weiher wächst eine Vielfalt verschiedener Pflanzen. Es umfasst total eine Fläche von 4.7 ha. 3.0 ha sind als Bereich A eingestuft, welcher insbesondere der Fortpflanzung der Amphibien dient. 1.7 ha gehören zum Bereich B, der als Nährstoffpufferzone und engerer Landlebensraum bezeichnet ist.

Im Jahre 2016 hat das kantonale Amt für Natur, Jagd und Fischerei (ANJF) eine Bestandesaufnahme aller nationalen Schutzobjekte im Kanton durchgeführt. Dabei wurde festgestellt, dass auch im Mösli der Lebensraum für Amphibien stark eingeschränkt wurde. Es gehört zur Aufgabe einer Gemeinde, die Schutzgebiete zu unterhalten und bei Bedarf aufzuwerten. Aus diesem Grunde liess sie ein Konzept von der Firma OePlan GmbH, Rapperswil, erarbeiten, welches die Lebensräume insbesondere aus Sicht des Amphibienschutzes optimiert.

Im November und Dezember 2020 konnte die erste Etappe der Aufwertungsmassnahmen umgesetzt werden. Dabei wurde der Linthbettweiher mit Kies soweit angefüllt, dass dieser künftig bei extremen Wetterverhältnissen trockenfällt oder ausfriert. So kann langfristig sichergestellt werden, dass die Fische nicht überhandnehmen und die Amphibien gefährden.

Am Ballmannweiher-Westufer wurden mit Kies ausgedehnte Flachwasserbereiche geschüttet. Dort siedeln sich Wasserpflanzen an und helfen somit, die Sauerstoffsättigung im Wasser zu verbessern. Jungfische finden hier geeignete Verstecke, aber auch die Erdkröte, welche als einzige heimische Amphibienart dem Fischdruck standhält, kann hier ihre Laichschnüre ablegen.

In der ersten Etappe wurde auch der östliche Teil des Panzergrabens umgestaltet. Dort wurden neue Gewässer ins Grundwasser abgegraben, welche sicher fischfrei sind und somit stark gefährdeten Amphibienarten wie z.B. der Gelbbauchunke idealen Lebensraum bieten. Eine angepasste Pflege sorgt dafür, dass diese Gewässer langfristig ihre maximale ökologische Funktion beibehalten. Dort wo der Panzergraben die Linthbettstrasse quert, wurde unterhalb der Panzersperre ein Kleintiertunnel eingebaut. Dieser ermöglicht Tieren wie dem Hermelin und vielen anderen Kleintieren, aber natürlich auch allen Amphibienarten, die stark befahrene Linthbettstrasse gefahrlos zu queren.

Die Ausführung der zweiten Etappe des Aufwertungsprojekts ist im Herbst/Winter 2021/2022 vorgesehen.

Panzergraben
Der Panzergraben wurde um 1940 als militärische Verteidigungsanlage erstellt. Er steht in Verbindung mit der Militäranlage Mösliflue und den Bunkern auf den Linthdämmen. Diese Anlagen wurden zu Beginn dieses Jahrtausends militärisch ausgemustert.

Zum 200-Jahr-Jubiläum 2003 organisierte der Kanton St. Gallen unter dem Thema «Sag mir wo das Wasser ist» einen Wettbewerb. Mit dem Projekt «Eisvogel und Froschkönig erobern den Panzergraben» wurde dem Naturschutzverein Benken ein Preis zugesprochen. Das Projekt wurde im Winterhalbjahr 2006/07 fertig ausgeführt und der Panzergraben erhielt einen neuen Zweck. Mit den Reptilienburgen und den sonnigen, offenen Flächen erhielt unser Amphibienschutzgebiet Mösli eine ökologische Aufwertung. Beachten Sie bei einem Spaziergang die Infotafel «Eisvogel und Froschkönig erobern den Panzergraben» an der Linthbettstrasse beim Mösliweiher. Koordinaten: 47°10'49.0"N 9°00'10.0"E

Mit dem Amphibienlaichgebiet Mösli Konzept 2019 wird auch der Panzergraben aufgewertet.

Panzergraben
Der Panzergraben im Jahre 2007