Trockenheit im Wald – eine unterschätzte Gefahr
entstehen können.
Sichtbare Veränderungen in der Natur
Die Folgen der Trockenheit sind vielerorts deutlich zu erkennen. Wiesen und Böschungen werden braun, kleinere Bäche und Wasserstellen führen weniger Wasser oder trocknen zeitweise aus. Pflanzen wachsen langsamer, lassen ihre Blätter hängen oder verlieren sie
vorzeitig.
Auch im Wald zeigen sich zunehmend Schäden. Baumkronen können lichter werden, Blätter verfärben sich und einzelne Äste sterben ab. Besonders betroffen sind Bäume, die bereits durch frühere Trockenperioden, Krankheiten oder Schädlinge geschwächt wurden. Je nach Bodenmächtigkeit können die Bäume länger auf vorhandene Wasserreserven zurückgreifen und bleiben länger grün. Bäume auf flachgründigen Böden reagieren schneller auf die Trockenheit mit Braunfärbung und Blattabwurf.
Was sind die Ursachen?
An der Messstation in Benken wurden bis Ende August rund 600 mm Niederschlag gemessen, im Jahresdurchschnitt sollte bis Ende August etwa 1100 mm Niederschlag gefallen sein. Die aktuelle Situation ist nicht allein auf einzelne regenarme Wochen zurückzuführen. Entscheidend ist das Zusammenspiel von geringen Niederschlägen, hohen
Temperaturen und einer starken Verdunstung. Fällt über längere Zeit weniger Regen, als durch Verdunstung und den Wasserbedarf der Pflanzen verbraucht wird, trocknen die Böden bis in tiefere Schichten aus.
Besonders problematisch ist, wenn sich trockene Jahre wiederholen. Die Wasserreserven im Boden können sich dann nicht ausreichend erholen. Ein einzelnes kräftiges Regenereignis reicht oft nicht aus, um die entstandenen Defizite vollständig auszugleichen.
Gefahren und Folgen im Wald
Wassermangel setzt die Bäume unter erheblichen Stress. Geschwächte Bäume können sich schlechter gegen Krankheiten und Schädlinge schützen. Gleichzeitig steigt die Gefahr, dass Äste und Kronenteile abbrechen.
Für Menschen im Wald ist dies besonders gefährlich, weil solche Schäden nicht immer sofort erkennbar sind. Trockene oder abgestorbene Äste können auch aus einer scheinbar gesunden Baumkrone ohne vorherige Warnung abbrechen. Bei Wind oder einem Gewitter steigt das Risiko zusätzlich.
Auch ganze Bäume können durch geschädigte Wurzeln ihre Standfestigkeit verlieren und plötzlich umstürzen. Solche spontanen Ast- oder Baumabbrüche können für Waldbesucherinnen und Waldbesucher lebensgefährlich sein.
Wie sollen wir uns verhalten?
Gerade während längerer Trockenperioden ist im Wald besondere Vorsicht angebracht. Der Forstdienst kann nicht bei jedem Waldeingang und bei jeder Infrastruktur eine Warntafel aufhängen. Die allgemeine Warnung und vorübergehende Sperrungen von Waldwegen müssen unbedingt beachtet werden. Absperrungen dürfen nicht umgangen werden.
Bei starkem Wind, Gewittern und unmittelbar danach sollte der Aufenthalt im Wald möglichst vermieden werden. Unter dürren Ästen oder abgestorbenen Bäumen sollte man sich nicht aufhalten. Ein gutachterliche Kontrolle ist extrem schwierig, weil auch vermeintlich gesunde Äste und Bäume eine Gefahr darstellen können.
Die anhaltende Trockenheit zeigt, wie empfindlich unser Wald auf Veränderungen des Wasserhaushalts reagiert. Viele Schäden werden erst mit Verzögerung sichtbar und können den Wald noch über Jahre beschäftigen. Die Gefahr von Ast- und Baumabbrüchen bleibt, auch wenn es irgendwann genug geregnet hat und das Feuerverbot aufgehoben wird.
Mit Aufmerksamkeit, Rücksicht und der Bereitschaft, bei erhöhter Gefahr auf einen Waldbesuch zu verzichten, können wir dazu beitragen, Unfälle zu vermeiden.