Wallfahrtskirche Maria Bildstein wurde saniert

14. August 2026
Die Wallfahrtskirche Maria Bildstein oberhalb von Benken wurde in den letzten Monaten umfassend saniert. Ziel der Arbeiten war es, das rund 60 Jahre alte Kirchengebäude langfristig zu erhalten, ohne seinen architektonischen Charakter oder die gewachsene spirituelle Ausstrahlung zu verändern. An- oder Aufbauten waren nicht vorgesehen – im Zentrum standen notwendige bauliche Erneuerungen und energetische Verbesserungen.

Ein Wallfahrtsort mit jahrhundertelanger Geschichte
Der Ursprung von Maria Bildstein reicht bis ins Jahr 1519 zurück, als eine Marienstatue auf dem Oberen Buchberg aufgestellt wurde. Um sie entstand ein Bildstock, der dem Ort seinen Namen gab und den Beginn einer Wallfahrtstradition markierte. Über Jahrhunderte entwickelte sich Maria Bildstein zu einem bedeutenden religiösen Anziehungspunkt im Linthgebiet.

Nach einer ersten Kapelle Mitte des 19. Jahrhunderts wurde 1881/82 eine grössere Kirche mit Krypta errichtet. Ende des 19. Jahrhunderts entstand zudem die einzigartige Wallfahrtsanlage mit Grotten und Kreuzwegstationen, die bis heute als «Sacro Monte» der Nordschweiz gilt. Die heutige Wallfahrtskirche wurde schliesslich 1965/66 nach Plänen des St.Galler Architekten Hans Burkard erbaut und 1966 eingeweiht.

Die heutige Wallfahrtskirche
Die im Wald gelegene Kirche ist ein zweischiffiger Bau mit seitlichem Glockenturm und gedeckter Vorhalle. Der Innenraum wird vom Hochaltar mit dem spätgotischen Gnadenbild «Maria mit dem Kind» geprägt, das die Blicke der Pilger auf sich zieht. Im Seitenschiff befindet sich die barocke Holzstatuette «Christus an der Geisselsäule», die bereits seit dem 18. Jahrhundert zu Maria Bildstein gehört.

Eine halbe Etage tiefer liegt die Krypta mit dem ursprünglichen Bildstein von 1519 sowie Glasmalereien von Jost Blöchlinger mit Symbolen aus der Lauretanischen Litanei. Der grosszügige Vorplatz mit Steinbänken bietet Raum für Wallfahrten und Gottesdienste im Freien. Eine kleinere Renovation und Umgestaltung des Altarraums erfolgte zuletzt im Jahr 2014.

Heute wird Maria Bildstein seelsorgerisch von der Benediktiner-Abtei St.Otmarsberg in Uznach betreut. Regelmässige Gottesdienste, Wallfahrten und persönliche Einkehr machen den Ort weiterhin lebendig.

Umfassende Sanierung bei unverändertem Erscheinungsbild
Die Sanierung diente dem langfristigen Erhalt der Kirche. Das äussere und innere Erscheinungsbild bleibt unverändert. Ein zentraler Punkt ist die Erneuerung der asbesthaltigen Dacheindeckung aus der Bauzeit. Die Dachkonstruktion wurde neu gedämmt, ein Unterdach eingebaut und erneut mit Eternitschieferplatten gedeckt. Auf der Südseite wurde zudem eine dachintegrierte Photovoltaikanlage installiert.

Weitere Massnahmen betrafen die westseitige Aussenwand im Bereich der Empore, die saniert und gedämmt wurden. Innen und aussen erfolgten die Erneuerungen in Farbe und Form passend zum Bestand. Auch der Boden der Empore wurde gedämmt und mit einem neuen Belag versehen. Um Zugluft im Bereich der Orgel zu reduzieren, wurde die Tür zum unbeheizten Treppenhaus ersetzt.

Zudem wurden die bestehenden Fenster mit Doppelverglasung durch neue Holz-/Metallfenster mit Dreifachverglasung ersetzt. Funktion, Anordnung und Farbgebung bleiben gleich. Die historischen Fenster mit farbigen Ornamentgläsern bleiben unverändert. Abschliessend wurden schadhafte Stellen am Aussenputz instand gesetzt und die Kirche neu gestrichen.

Mit der Sanierung wurde sichergestellt, dass Maria Bildstein auch künftig als Ort der Stille, der Wallfahrt und der Begegnung erhalten bleibt – ein spiritueller Kraftort mit über 500-jähriger Geschichte.

Sanierungsarbeiten wurden in der Region vergeben
Bei der Sanierung der Wallfahrtskirche setzte man bewusst auf das Know-how der lokal ansässigen Fachbetriebe Romer Holzbau AG und JUD ENERGIE AG in Benken. Durch die Beauftragung regionaler Unternehmen kann auf Erfahrung im Umgang mit traditioneller Handwerkskunst und historischer Bausubstanz zurückgegriffen werden. Gleichzeitig verbinden die ausführenden Firmen bewährte Arbeitsweisen mit heutigen Anforderungen an Qualität, Nachhaltigkeit und Präzision. Der gezielte Einbezug lokaler Fachbetriebe trägt nicht nur einem sensiblen Umgang mit dem Ortsbild Rechnung, sondern stärkt auch die regionale Wertschöpfung nachhaltig.

Maria Bildstein
Bildnachweis: Andy Crestani