Trockenheit im Wald – eine unterschätzte Gefahr

4. September 2026
Die anhaltende Trockenheit macht sich zunehmend in unserer Landschaft bemerkbar. Über längere Zeit waren die Niederschläge zu gering, während hohe Temperaturen die Verdunstung verstärkten. Dadurch trocknen Böden, Wiesen und Gewässer aus und auch die  Wasservorräte gehen zurück. Was auf den ersten Blick wie eine vorübergehende trockene Wetterperiode erscheint, kann für den Wald erhebliche Folgen haben. Besonders wichtig ist deshalb, sich der Gefahren bewusst zu sein, die bei einem längeren Wassermangel 
entstehen können.

Sichtbare Veränderungen in der Natur 
Die Folgen der Trockenheit sind vielerorts deutlich zu erkennen. Wiesen und Böschungen  werden braun, kleinere Bäche und Wasserstellen führen weniger Wasser oder trocknen  zeitweise aus. Pflanzen wachsen langsamer, lassen ihre Blätter hängen oder verlieren sie 
vorzeitig.

Auch im Wald zeigen sich zunehmend Schäden. Baumkronen können lichter werden, Blätter verfärben sich und einzelne Äste sterben ab. Besonders betroffen sind Bäume, die bereits  durch frühere Trockenperioden, Krankheiten oder Schädlinge geschwächt wurden. Je nach Bodenmächtigkeit können die Bäume länger auf vorhandene Wasserreserven zurückgreifen  und bleiben länger grün. Bäume auf flachgründigen Böden reagieren schneller auf die  Trockenheit mit Braunfärbung und Blattabwurf. 

Was sind die Ursachen?
An der Messstation in Benken wurden bis Ende August rund 600 mm Niederschlag gemessen, im Jahresdurchschnitt sollte bis Ende August etwa 1100 mm Niederschlag gefallen sein. Die aktuelle Situation ist nicht allein auf einzelne regenarme Wochen  zurückzuführen. Entscheidend ist das Zusammenspiel von geringen Niederschlägen, hohen 
Temperaturen und einer starken Verdunstung. Fällt über längere Zeit weniger Regen, als  durch Verdunstung und den Wasserbedarf der Pflanzen verbraucht wird, trocknen die Böden  bis in tiefere Schichten aus.

Besonders problematisch ist, wenn sich trockene Jahre wiederholen. Die Wasserreserven im  Boden können sich dann nicht ausreichend erholen. Ein einzelnes kräftiges Regenereignis  reicht oft nicht aus, um die entstandenen Defizite vollständig auszugleichen. 

Gefahren und Folgen im Wald
Wassermangel setzt die Bäume unter erheblichen Stress. Geschwächte Bäume können sich  schlechter gegen Krankheiten und Schädlinge schützen. Gleichzeitig steigt die Gefahr, dass  Äste und Kronenteile abbrechen.

Für Menschen im Wald ist dies besonders gefährlich, weil solche Schäden nicht immer sofort  erkennbar sind. Trockene oder abgestorbene Äste können auch aus  einer scheinbar gesunden Baumkrone ohne vorherige Warnung abbrechen. Bei Wind oder einem Gewitter steigt das Risiko zusätzlich.

Auch ganze Bäume können durch geschädigte Wurzeln ihre Standfestigkeit verlieren und  plötzlich umstürzen. Solche spontanen Ast- oder Baumabbrüche können für  Waldbesucherinnen und Waldbesucher lebensgefährlich sein.

Wie sollen wir uns verhalten?
Gerade während längerer Trockenperioden ist im Wald besondere Vorsicht angebracht. Der  Forstdienst kann nicht bei jedem Waldeingang und bei jeder Infrastruktur eine Warntafel  aufhängen. Die allgemeine Warnung und vorübergehende Sperrungen von Waldwegen  müssen unbedingt beachtet werden. Absperrungen dürfen nicht umgangen werden. 

Bei starkem Wind, Gewittern und unmittelbar danach sollte der Aufenthalt im Wald möglichst vermieden werden. Unter dürren Ästen oder abgestorbenen Bäumen sollte man sich nicht aufhalten. Ein gutachterliche Kontrolle ist extrem schwierig, weil auch vermeintlich  gesunde Äste und Bäume eine Gefahr darstellen können.

Die anhaltende Trockenheit zeigt, wie empfindlich unser Wald auf Veränderungen des  Wasserhaushalts reagiert. Viele Schäden werden erst mit Verzögerung sichtbar und können den Wald noch über Jahre beschäftigen. Die Gefahr von Ast- und Baumabbrüchen bleibt, auch wenn es irgendwann genug geregnet hat und das Feuerverbot aufgehoben wird.

Mit Aufmerksamkeit, Rücksicht und der Bereitschaft, bei erhöhter Gefahr auf einen  Waldbesuch zu verzichten, können wir dazu beitragen, Unfälle zu vermeiden.

 

Waldregion 4 See