14. August 2026

Als im Mai 1991 die Stelle als Gemeinderatsschreiber für Benken ausgeschrieben wurde, hätte Urs Beck als ursprünglicher Toggenburger und mit seiner Familie von Schaffhausen herkommend wahrlich nicht daran geglaubt, im Jahr 2026 sein 35 Jahre Jubiläum feiern zu dürfen. So wurde eine initiative, kontaktfreudige und belastbare Persönlichkeit mit fachlichen Fähigkeiten und guten Rechtskenntnissen gesucht. Sicherheit im mündlichen und schriftlichen Ausdruck und persönliches Engagement seien unerlässlich. All diese Fähigkeiten haben sich bis heute bewahrheitet. Urs Beck ist ein Garant für eine grosse Schaffenskraft, absolute Verlässlichkeit und Präzision. Als Gemeinderatsschreiber ist man oft dem rauen Wind der Politik ausgestellt. Urs Beck konnte geschickt mit den Meinungen aller Couleur umgehen – immer souverän und das Ziel nicht aus den Augen verlierend, argumentierte er jederzeit sachlich und mit Fachwissen. Seine Anstellung umfasste weit mehr als nur die des Gemeinderatsschreibers.

In der Verwaltung war Urs Beck weit mehr als nur für die Arbeiten als Gemeinderatsschreiber und Bauamtsleiter bekannt. Er betreute über Jahre die Lernende und angehenden Berufsleute, protokollierte verschiedenste Kommissionen, leitete lange Zeit das Sozialamt und war für die landwirtschaftlichen Erhebungen zuständig. Auch in der Feuerwehr nahm er seine Bürgerpflichten wahr. Auch wenn er heute nicht mehr aktiver Feuerwehrmann ist, verantwortet er bis heute die Protokolle der Feuerschutzkommission. Auch in regionale Aufgaben ist Urs Beck involviert, wie zum Beispiel die Protokollführung der Kommission für Kehrichtsackgebühr.

Von seinem gesundheitlichen Rückschlag anfangs 2022 erholte sich Urs Beck sehr schnell und nach einem halben Jahr konnte er seine Dienste der Gemeinde Benken wieder zur Verfügung stellen. Sein Stellenvolumen wurde in der Zwischenzeit verdoppelt und die Abteilungen Kanzlei und Bauamt getrennt. Urs Beck entschied sich für das Bauamt.

Bis zur Pensionierung Ende Jahr möchte Urs Beck seine Nachfolgerin Judith Kamm in die Geschicke eines Bauamtes einführen.

Anfangs der 90er Jahre zählte Benken rund 2150 Einwohnerinnen und Einwohner. Mittlerweile wohnen 1000 Personen mehr in unserem Dorf. Mit dem Wachstum der Gemeinde wuchsen auch die Aufgaben seiner Tätigkeit. In seinem langen Wirken schrieb er an ca. 360 Gemeinderatssitzungen insgesamt ca. 15'000 Protokollseiten. Auch wickelte er rund 2'800 Baugesuche und 200 Baukommissions-Sitzungen ab und verfasste 35 Bürgerversammlungsprotokolle.

Welche Erinnerungen hast du an die Benkner Anfänge?

Eine bleibende Erinnerung ist sicher das Zuzugsdatum. Meine Familie und ich sind an jenem Wochenende nach Benken gezogen, als das grosse 1250 Jahre Fest stattgefunden hat. Zudem war Tochter Tanya gerade einen Monat alt.

Was mir auch in Erinnerung blieb, war das erste Baugesuch, das ich entgegennehmen durfte. Für den Neubau des Unterwerks Benken des damaligen Elektrizitätswerkes Zürich EWZ wurden drei grosse Schachteln mit Gesuchsunterlagen abgegeben. Immerhin handelte es sich um ein Projekt in zweistelliger Millionenhöhe. Und ich stand da und musste mich erstmal orientieren, was es jetzt zu tun gibt.

Noch eine kleine Erinnerung: Im damals kleinen Sitzungszimmer im Werkgebäude wurde an den Gemeinderatssitzungen zünftig geraucht, 80 % der Teilnehmenden. Das war eine richtige Räucherhöhle und heute unvorstellbar.

Wie hat sich die Verwaltung in den letzten 35 Jahre verändert?

Da hat sich schon einiges getan! Räumlich, die Infrastruktur und die Rahmenbedingungen. Auch der Umgang mit der Bevölkerung -unseren Kundinnen und Kunden- hat sich verändert. Das heute teils noch immer präsente Beamtentum ist zum Glück passé und wir betrachten die Bevölkerung als Kundschaft und sind absolut dienstleistungsorientiert. Also nicht von oben herab!

Ein grosser Meilenstein war auch der Umzug der gesamten Verwaltung vom heute ehemaligen Gemeindehaus in den Neubau am Dorfplatz im Jahre 2000.

Welche Momente haben dich geprägt?

Bezogen auf meine berufliche Tätigkeit war sicher die tragische Krankheit vom damaligen Gemeindepräsidenten Guido Fäh, welche zu seinem frühzeitigen Ableben geführt hat, sehr prägend. Anschliessend wurde die Gemeinde während 1 ¾ Jahren vom Vizepräsidenten Toni Küng interimsweise geführt.

Es gab aber auch privat eindrückliche Erlebnisse und Umstände. Auf jeden Fall danke ich meiner Familie herzlich für die immer tolle Unterstützung, die ich erfahren durfte.

Es gibt aber auch sonst einige Eckpunkte, die nach langer Vorbereitung und viel Engagement umgesetzt werden konnten, wie Neubau Schulhaus Oberdorf, Neubau Dorfzentrum, Rietsporthalle, ARA ….

Nach welchen Prinzipien hast du gearbeitet? Was war für dich immer wichtig?

Mir ist und war es immer wichtig, mit den Leuten fair und freundlich umzugehen, auch Verständnis für gewisse Situationen aufzubringen. Kundenfreundlichkeit bedeutet mir viel. Soweit es geht, bin ich auch bestrebt, einfache Lösungen und Arbeitsweisen umzusetzen. Das ist aber unter den heutigen Voraussetzungen und Vorgaben leider nur noch bedingt möglich.

Wie hat sich Benken entwickelt?

Benken hat sich enorm entwickelt. Wenn ich das Dorfbild vor 35 Jahren mit dem heutigen vergleiche, zeigt das diese Entwicklung eindrücklich auf. Glücklicherweise ist Benken trotz dem Wachstum «Benken» geblieben. Ein familienfreundliches Dorf, mit netten Einwohnenden, einer starken Landwirtschaft und gesunder Industrie/Gewerbe, eingebettet in eine herrliche Landschaft mit einer guten und funktionierenden Infrastruktur.

Was ich schon immer sagen wollte:

Danke Benken!

Urs Beck