Grosses Interesse an dig. Mitwirkung zur Ortsplanung

17. Mai 2021

Im Januar 2021 konnte die Benkner Bevölkerung digital, über die E-Mitwirkung ihre Rückmeldungen zur geplanten räumlichen Entwicklung und zu den Zielen der Ortsplanungsrevision eingeben. Insgesamt 190 Personen reichten Ideen, Lob und Kritik sowie Ergänzungen ein. Das grosse Interesse an der Mitgestaltung der Gemeinde hat den Gemeinderat und die Ortplanungskommission sehr gefreut.

Alle Teilnehmer erhalten eine persönliche Rückmeldung zu ihren Eingaben. Zusätzlich wird eine anonymisierte Übersicht über die Eingaben der Bevölkerung und die Rückmeldungen der Ortsplanungskommission auf diese Eingaben wiederum über die E-Mitwirkung, also auf der Website www.mitwirken-benken.ch und auf der Website der Gemeinde Benken aufgeschaltet

Innenentwicklung und haushälterische Bodennutzung
Die haushälterische Bodennutzung mit der ihr einhergehenden Innenentwicklung findet eine breite Zustimmung. Zur Innenentwicklung sollen bestehende Baulandreserven mobilisiert sowie an geeigneten Lagen aufgezont werden. Die geplanten Wohnschwerpunkte werden von der Bevölkerung gutgeheissen. Die Baulücken in der bestehenden Bauzone sollen unter Berücksichtigung der Lage und Einpassung geschlossen werden. Diese Ziele werden nun im Rahmen der Richtplanung, in den Richtplanmassnahmenblättern weiter konkretisiert und umgesetzt.

Von einigen Mitwirkenden wurden Auszonungen gewünscht. Die Gemeinde Benken verfügt gemäss kantonalem Richtplan nicht über zu grosse Bauzonen und ist somit keine so genannte «Auszonungsgemeinde», also nicht verpflichtet Bauland auszuzonen. Aus diesem Grund müssten allfällige Auszonungen von der Politischen Gemeinde entschädigt werden, weswegen kein Bauland ausgezont werden soll. Jedoch hat die Gemeinde die Möglichkeit, den Grundeigentümern eine Frist zur Überbauung gemäss Art. 9 ff Planungs- und Baugesetz St. Gallen zu setzen.

Ansässiges Gewerbe erhalten und stärken
Das grösste Echo lösten die möglichen Standorte für Erweiterungen der Gewerbe- und Industrieflächen aus. Der Gemeinderat nimmt die vielen Rückmeldungen, Anregungen und Kritiken ernst und gleichzeitig ist es wichtig, dass Flächen und somit Entwicklungsperspektiven für das ansässige Gewerbe geboten werden können. Im Schwerpunkt werden nun im Gebiet Giessen die vorgeschlagenen sowie weitere Flächen geprüft. Zum Standort Starrberg sind viele negative Rückmeldungen eingegangen. Für die Erweiterung der Industrie- und Gewerbezone besteht zudem eine Abhängigkeit mit der Realisierung der A15. Im Gebiet Müli/Unterhalden werden verschiedene Möglichkeiten für Umzonungen der unüberbauten Flächen geprüft. Für die Erweiterung der Industrie- und Gewerbezone müssen noch diverse Hürden überwunden werden. Der kommunale Richtplan soll im Ergebnis wenige mögliche Erweiterungen der Gewerbe- Industrieflächen für den Erhalt des ansässigen Gewerbes aufzeigen. Alle Gebiete südlich der Linthbrücke sind für eine Umzonung in Arbeitszone nicht möglich, z.B. mangelnde Erschliessung und ausserhalb Siedlungsgrenze.

Vereins- und Dorfleben erhalte und fördern
Das Vereins- und Dorfleben stellt für die Bevölkerung eine grosse Qualität dar. Grossmehrheitlich wird eine schöne Gestaltung der öffentlichen Plätze und Räume sowie ein Gemeinschaftsraum und Kaffee gewünscht. Die Gestaltung der öffentlichen Räume wird mit detaillierteren Massnahmenblättern in den Richtplan aufgenommen.

Freiraumgestaltung in der Siedlung
Auch die Aufwertung der Frei- und Grünräume innerhalb des Siedlungsgebietes erhielt mehrheitlich positive Rückmeldungen. Durch die Aufwertung des öffentlichen Raums und der unbebauten Flächen im Allgemeinen soll die Aufenthaltsqualität verbessert und die Biodiversität im Siedlungsgebiet gefördert werden. Asphaltierte Flächen sollen, wo möglich entsiegelt, Grünflächen im Gewerbegebiet, an Strassenrändern und bei Parkplätzen bepflanzt werden. Es sind viele positive Inputs zur Gestaltung der Aussenräume bei Mehrfamilienhaussiedlungen eingegangen. Die Gemeinde prüft Richtplanmassnahmen beispielsweise für Spielplätze und ruhige Aufenthaltsorte mit schattenspendenden Bäumen, Sitzgelegenheiten sowie attraktiver, aber immissionsarmer Beleuchtung.

Grünräume aufwerten
Die attraktive Landschaft in Benken wird von der Bevölkerung sehr geschätzt. Die Hanglagen mit ihren abwechslungsreichen Wanderwegen, die schöne Kulturlandschaft sowie die Badeplätze und die Linth-Skaterebene und Velowegen sind sehr beliebte Erholungsorte.

Öffentlicher Verkehr
Der Ausbau des öffentlichen Verkehrs erhielt mehrheitlich positive Rückmeldungen. Zur Einführung des Halbstundentaktes ist zwischen Schmerikon und Uznach der Bau einer Doppelspur erforderlich. Der Ausbau befindet sich in der Planungsphase. Für Benken bedeutet dies, dass das Dorf nach dem Doppelspurausbau den Halbstundentakt Richtung Ziegelbrücke und Uznach erhält. Nach der Realisierung wird der Busfahrplan auf den verdichteten Zugfahrplan abgestimmt und nach Möglichkeiten ausgebaut. Der Gemeinderat wird sich weiterhin für einen guten Anschluss an den öffentlichen Verkehr einsetzen.

Motorisierter Individualverkehr (MIV) und Parkierung
Mögliche Verkehrsberuhigungsmassnahmen in den Quartieren erhielten mehrheitlich positive Rückmeldungen. Massnahmen auf Stufe Richtplanung werden nun geprüft. Ein noch zu erstellendes, gesamtheitliches Konzept über bestehende Parkplatzflächen im Ortskern von Benken und die neu zu entwickelnden Bauparzellen soll die Grundlage für ein koordiniertes Vorgehen bezüglich Parkierung und Parkplatzbewirtschaftung bilden. Der Richtplan wird Vorschläge für mögliche Massnahmen und ein mögliches Vorgehen aufzeigen. In der Mitwirkung wurde bemerkt, dass auf privaten Parzellen oder bei Mehrfamilienhausüberbauungen ein Defizit an Parkplätzen / Besucherparkplätzen besteht. Der Input wird im Rahmen der Überarbeitung des Baureglements geprüft und allenfalls werden neue Vorgaben festgelegt.

Velo- und Fusswege
Die Verbesserung der Velo- und Fusswege erhielt mehrheitlich positive Rückmeldungen. Infolge der konkreten Rückmeldungen wird eine Schwachstellenanalyse erstellt und es werden punktuelle Massnahmen auf Gemeindestrassen geprüft. Die Anregungen betreffend Kantonsstrassen werden ebenfalls geprüft und dem kantonalen Tiefbauamt für die anstehende Umsetzung der Betriebs- und Gestaltungskonzepte weitergeleitet.

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