Amphibienlaichgebiet Mösli - Etappe 1

16. April 2021
Im November und Dezember 2020 konnte die erste Etappe der Aufwertungsmassnahmen im national bedeutenden Amphibienlaichgebiet Mösli umgesetzt werden.

Dabei wurde der Linthbettweiher mit Kies soweit angefüllt, dass dieser künftig bei extremen Wetter­verhältnissen trockenfällt oder ausfriert. So kann langfristig sichergestellt werden, dass die Fische nicht Überhand nehmen und die Amphibienfauna gefährden. Vorgängig wurde der Linthbettweiher vom Fischereiverein See+Gaster in zwei Durchgängen ausgefischt. Highlight war ein kapitaler Hecht von 97 cm Länge, welcher zusammen mit den anderen heimischen Arten (Rotfeder, Rotauge) in den Ballmann­weiher umgesiedelt wurde. Insgesamt wurden weit über 2000 Fische abgefangen, die Mehrzahl davon waren Sonnenbarsche. Diese fremdländische Art wurde vor längerer Zeit im Gebiet ausgesetzt und ist auch problematisch für die einheimische Fischfauna.

Linthbettweiher
Nebst der Anfüllung des Linthbettweiher (Hintergrund) wurden auch neue Flachgewässer für Amphibien geschaffen (Vordergrund)

Am Ballmannweiher-Westufer wurden mit Kies ausgedehnte Flachwasserbereiche geschüttet. Dort siedeln sich Wasserpflanzen an und helfen somit die Sauerstoffsättigung im Wasser zu verbessern. Jungfische finden hier geeignete Verstecke, aber auch die Erdkröte, welche als einzige heimische Amphibienart dem Fischdruck standhält, kann hier ihre Laichschnüre ablegen.

In der ersten Etappe wurde auch der nördliche Teil des Panzergrabens umgestaltet. Dort wurden neue Gewässer ins Grundwasser abgegraben, welche sicher fischfrei sind und somit stark gefährdeten Amphibienarten wie z.B. der Gelbbauchunke idealen Lebensraum bieten. Eine angepasste Pflege sorgt dafür, dass diese Gewässer langfristig ihre maximale ökologische Funktion beibehalten.

Panzergraben
Neue, fischfreie Kleingewässer am Nordteil des Panzergrabens

Dort wo der Panzergraben die Linthbettstrasse quert, wurde unterhalb der Panzersperre ein Kleintier­tunnel eingebaut. Dieser ermöglicht Tieren wie dem Hermelin und vielen anderen Kleintieren, aber natürlich auch allen Amphibienarten, die stark befahrene Linthbettstrasse gefahrlos zu queren. Wichtig ist dabei eine gewisse Grösse des Durchlasses und die natürliche Ausgestaltung der Sohle.

Die Ausführung der zweiten Etappe der Aufwertungsmassnahmen ist für den Herbst 2021 geplant.

Ballmannweiher