12. Februar 2021
Wieso ist in Benken der Steuerfuss eigentlich so hoch?

Diese Leserfrage hat uns letzten Monat erreicht. Und sie gibt tatsächlich zu denken, denn wenn man von einem fiktiven Beispiel mit CHF 80'000.- als Jah­reseinkommen pro Haushalt ausgeht (verheiratet, 1 Kind, keine Kirchensteuer, kein Vermögen), dann ergeben sich gemäss Vergleichsdienst Comparis fol­gende Zahlen in Schweizer Franken für die Gemeindesteuer:

Benken CHF 5'496.00
Uznach CHF 5'242.00
Schänis CHF 5'390.00
Kaltbrunn CHF 4'987.00

Benken ist also in den LinthSicht-Gemeinden am teuersten. Das mag auf den ersten Blick erstaunen, auf den zweiten Blick wird aber klar, dass der Steuerfuss einer Gemeinde auf verschiedenen Faktoren beruht. Ausschlaggebend ist dabei vor allem die sogenannte Steuerkraft, also wie viele «grosse» Steuerzah­ler mit hohem Einkommen in einer Gemeinde wohnen. Da bildet Benken das Schlusslicht bei den vier oben genannten Gemeinden, was sich in der Folge direkt auf den Steuerfuss auswirkt: umso weniger Steuerkraft, umso höher muss der Steuerfuss sein, damit die Gemeinde mit den Steuereinnahmen ihre lau­fenden Kosten decken kann.

Erfreulich zu sehen ist, dass seit dem Jahr 2016 der Steuerfuss in Benken konti­nuierlich abnahm (von 145% auf 130% im Jahr 2020). Gemäss Auskunft von Gemeindepräsidentin Heidi Romer ist oberstes Ziel des Gemeinderates, das momentane Niveau des Steuerfusses zu behalten, obwohl einige grosse Inves­titionen anstehen (Dorfdreieck, Schulraum und Turnräume). Wobei hier anzumerken gilt, dass wir Bürger es mehrheitlich selbst in der Hand haben, wie sich der Steuerfuss in unserer Gemeinde entwickelt, denn: ob der Steuerfuss in die Höhe geht oder gleichbleibt, hängt (auch) davon ab, wie wir Bürger an der Urne über Grossprojekte in der Gemeinde entscheiden. Bewilligen wir grosse Investitionen, kann es durchaus sein, dass der Steuerfuss ansteigen wird. Auf der anderen Seite machen solche Investitionen eine Ge­meinde auch für potente Steuerzahler attraktiver. Es ist also eine komplexe Geschichte.

Bei der ganzen Rechnung muss man jedoch auch die Immo­bilienpreise mit ins Auge fassen. Eine Gemeinde wird nicht lediglich durch ih­ren tiefen Steuerfuss attraktiv, beziehungsweise durch einen hohen Steuerfuss unattraktiv.

Wenn man in dem Beispiel oben annimmt, dass eine Familie eine durch­schnittliche 4.5-Zimmer-Wohnung in Benken, Rapperswil oder Lachen SZ mie­tet, kommt unter dem Strich klar heraus, dass die Familie in Benken wesentlich mehr Geld Ende Jahr zur Verfügung hat als die Familie im Steuerparadies La­chen, und zwar ganze CHF 13'677.00!

Bruttoeinkommen CHF 80'000.00      
  Steuern Mietzins/Jahr Nettoeinkommen
Benken 5'496 26'400 48'104
Rapperswil 4'351 30'000 45'649
Lachen SZ 3'573 42'000 34'427

 

Und weshalb? Die zwei Seegemeinden locken zwar mit tieferen Steuerfüssen, aber dafür sind dort die Immobilienpreise auch markant höher als bei uns in der LinthSicht-Region.

Und somit relativiert sich der «hohe» Steuerfuss doch gleich wieder...

Steuervergleich